30 Apr

von Thomas Seifert

Ach manchmal kann so ein Schreibwettbewerb schon ziemlich nervenaufreibend sein. Vor allem dann, wenn zwischen den Teilnehmer*innen nur ein, zwei, drei hauchdünne Jury-Pünktchen über den ersten, zweiten oder dritten Platz entscheiden. So geschehen in diesem Jahr sowohl in der Unter- als auch in der Oberstufe. Am liebsten möchte man dann als Wettbewerbsorganisator alle zum Sieger küren!! Jammerschade, dass so ein Bewertungssystem noch nicht erfunden wurde…

Also, man ahnt es, der diesjährige 9. MLG-Schreibwettbewerb der Stiftung Luthers Schule war ein ganz besonderer und reifer Jahrgang. So bemerkte die ehemalige Schülerin des MLG und derzeitiges Jury-Mitglied Maria Wallbrecht: „Mein erster Eindruck: das Niveau ist gestiegen.“ Und Maria Neumann fasste zusammen: „(…) im Oberstufenwettbewerb [gab es] viele gute und gleichzeitig auch kritische Beiträge. Es hat Spaß gemacht, diese Texte zu lesen. Dass Themen wie die Covid-19 Pandemie, Rechtsextremismus und Diskriminierung in die Erzählungen eingeflossen sind und die Schüler*innen vermehrt die Ich-Perspektive verlassen haben, habe ich positiv wahrgenommen. Auch sprachlich fand ich einige Erzählungen äußerst gelungen. Es ist schön zu sehen, wie sich der Schreibwettbewerb entwickelt.“

So viel Lob für so viele gelungene und durchdrungene Kurzgeschichten, Gedichte, Erzählungen, Science-Fiction, Liebesgeschichten, Traumreisen oder gar Gruselgeschichten, bei denen sich jeder mächtig ins Zeug gelegt hatte. Das war sämtlichen Beiträgen deutlich anzumerken. Wie immer waren alle literarischen Genres und Textformen erlaubt. Ein Motto gab es in diesem Jahr nicht. Vielleicht beflügelte das ja den ein oder anderen zusätzlich? Denn insgesamt beteiligten sich 20 Schülerinnen und Schüler am Wettbewerb, je 10 Schüler*innen aus der Unterstufe und aus der Oberstufe. Nach 2016 mit 23 Beiträgen verzeichnete der MLG-Schreibwettbewerb in diesem Jahr nunmehr seine zweithöchste Beteiligung. Aber da geht hoffentlich noch was nach oben, wenn im nächsten Jahr das 10-jährige Jubiläum ansteht!

Der Sieger der Unterstufe wurde Paul Schrön (6/2) mit seiner „Zeitreise zum Wohle der Tiere“, einer fantastisch futuristische Geschichte über die Beendigung der Massentierhaltung. NUR schlappe zwei Pünktchen dahinter folgte Mareile Leipold-Beck (7/2) mit ihrer Geschichte „Meine neue Familie“, geschrieben aus einer abenteuerlichen Welpenperspektive. Auf dem dritten Platz landete Laurens Müller (6/1) mit seiner Traumreise „Die Garage“.

Der Sieger der Oberstufe lautete Hannes Bersch (9/1) mit seiner Science-Fiction-Story „EUROPA“, in der er drehbuchreif eine Weltraummission beschreibt, welche auf dem Jupitermond Europa in den mysteriösen Krater Pwyll hinabtaucht. Drei Punkte dahinter erreichte Greta Tüllmann (10/1) den zweiten Platz mit ihrer Kurzgeschichte „Leistung“, in der sie dem Leser einfühlsam und sehr berührend den Spiegel der Leistungsgesellschaft vorhält. Den dritten Platz erlangte Ronja Krenz (9/1) mit ihrer Kurzgeschichte „Ein Charakter aus Gold“, in welchem sie für das Thema Bodyshaming sensibilisiert.

Für alle, die vermeintlich auf den hinteren Plätzen gelandet sind, habe ich noch folgende Botschaft parat: Lasst den Kopf nicht hängen, sondern bleibt dem Schreiben treu und probiert es nächstes Jahr noch einmal. Dass das von Erfolg gekrönt sein kann, machte eindrucksvoll Ronja Krenz deutlich, welche im vorigen Jahr noch den undankbaren letzten Platz belegte und in diesem Jahr schon auf den dritten Platz vorschnellte! Weiter so!

Zu gewinnen gab es wieder Geldpreise, welche freundlicherweise von dem Schirmherren des Wettbewerbs, Prinz Michael-Benedikt von Sachsen-Weimar-Eisenach, gesponsort wurden.
Das Preisgeld für die Unterstufe (Klassen 5.-7.) betrug: 1. Platz: 50,00 €, 2. Platz: 25,00 € und der 3. Platz: 15,00 €.
Bei der Oberstufe (Klassen 8.-12.) gab es für den 1. Platz: 100,00 €, für den 2. Platz: 50,00 € und für den 3. Platz: 25,00 €.

Wie in den Vorjahren wurden die Texte von einer Jury bestehend aus Lehrern und ehemaligen Schülern begutachtet. Bei den Lehrern beteiligten sich Daniela Sauerland, Juliane Huxold, Katharina Kästner, Marlies Schütze und Mathis Ebrecht. Bei den ehemaligen Schülern brachten sich Charlotte Gärtner, Maria Wallbrecht, Maria Neumann, Laura Gieß und Jannik Köhler mit ein. Ihnen gebührt großer Dank!

Es bleibt dabei: Der 2013 von der Stiftung Luthers Schule begründete MLG-Schreibwettbewerb hat sich wieder einmal als Schreibtalenteschmiede bewährt und somit das MLG als „Schreibtalente fördernde Schule“ befruchtet. Darüber hinaus zeigt sich aber auch, dass der Schreibwettbewerb hervorragend als Schnittstelle zwischen aktuellen und ehemaligen Schülern und der Schule mit seinen engagierten und couragierten Lehrern fungiert. Nun darf getrost im nächsten Jahr das 10-jährige Jubiläum des Wettbewerbs kommen, hoffentlich dann auch wieder mit so vielen reifen und besonderen Beiträgen.

Einfach anklicken, dann kommt man zu den Texten.

RANKING der Unterstufe
01. Platz | 76/100 Punkte | Paul Schrön (6/2) | „Zeitreise zum Wohle der Tiere“
02. Platz | 74/100 Punkte | Mareile Leipold-Beck (7/2) | „Meine neue Familie“
03. Platz | 61/100 Punkte | Laurens Müller (6/1) | „Die Garage“
04. Platz | 60/100 Punkte | Karlotta Schliewe (5/2) | „DDR und BRD“
05. Platz | 55/100 Punkte | Matti Dubiel (5/1) | „Ich lasse mich nicht unterkriegen“
06. Platz | 50/100 Punkte | Freya Eickholt (5/2) | „Ein Wiedersehen in Paris“
07. Platz | 48/100 Punkte | Louis Witt (5/1) | „Das Burggeheimnis“
08. Platz | 46/100 Punkte | Leonard-Finn Faßhauer (5/2) | „Ostseeträume“
09. Platz | 36/100 Punkte | Henry Hahn und Vincent Otto (5/1) | „Der böse Zauberer“
09. Platz | 36/100 Punkte | Henriette Penz (5/1) | „Der unglaubliche Traum“

RANKING der Oberstufe
01. Platz | 83/100 Punkte | Hannes Bersch (9/1) | „EUROPA“
02. Platz | 80/100 Punkte | Greta Tüllmann (10/1) | „Leistung“
03. Platz | 78/100 Punkte | Ronja Krenz (9/1) | „Ein Charakter aus Gold“
04. Platz | 74/100 Punkte | Elena Wetzel (9/1) | „Was zur Hölle läuft hier???“
05. Platz | 73/100 Punkte | Charlotte Richter (9/1) | „Die vier Jahreszeiten“
06. Platz | 67/100 Punkte | Paul Koch (10/1) | „Safkiel“
07. Platz | 63/100 Punkte | Emily Zinkann (9/1) | „Die Sache mit dem Alkohol“
08. Platz | 60/100 Punkte | Pia Irtel (12/1) | „An den, der mir folgt“
09. Platz | 57/100 Punkte | Fiona Leipold-Beck (8/2) | „Plötzlich Cowgirl!“
10. Platz | 55/100 Punkte | Antonija Topic (9/1) | „Gegangen“

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