11 Mai

von Thomas Seifert

Jetzt ist es geschafft! Nach der ersten Auflage im Jahr 2013 feierte der MLG-Schreibwettbewerb in diesem Jahr sein nunmehr zehnjähriges Jubiläum und insgesamt sieben Schülerinnen reichten ihre Beiträge ein. Drei Schülerinnen stammten aus der Unterstufe und vier aus der Oberstufe. Das Motto des Wettbewerbs, welches aus dem Buch „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf entnommen wurde, lautete: „Ich war auf einmal so begeistert davon, dass ich jetzt machen konnte, was ich wollte, dass ich vor lauter Begeisterung überhaupt nichts machte.“ Wie immer waren alle literarischen Genres und Textformen erlaubt.

Siegerin der Unterstufe mit 67 von 100 Punkten wurde Noemi Reinhardt (5/1) mit ihrer Geschichte „Die ratlose Jury“, in der sie die Unentschlossenheit und Unsicherheit einer Lehrerinnen-Jury eines fiktiven Schreibwettbewerbs thematisiert. Mit dieser ungewöhnlichen Schreibidee traf sie den Nagel auf den Kopf, denn auch die reale Jury des MLG-Schreibwettbewerbs hat Jahr für Jahr mit jeder Menge Beurteilungen und Bewertungspünktchen zu kämpfen. Noemi schrieb eine unterhaltsame und kurzweilige Geschichte mit einer ordentlichen Portion Kreativität, was sich unter anderem auch schon an den lustigen Lehrerinnen-Namen wie beispielsweise Herr Schwamm, Frau Angel, Herr Max Meier oder gar Herr Plätzchen zeigt. Noemi schloss ihre Geschichte mit folgendem Satz: „Was auch immer passiert – nächstes Jahr gebe ich den 1. Platz einfach an eine Schülerin mit dem Vornamen Noemi.“ In der realen Welt wurde der erste Platz schon in diesem Jahr an sie vergeben.

Auf dem 2. Platz folgte mit 62 von 100 Punkten Laurens Müller (7/1) mit seiner Geschichte „Hausarrest“, einer wilden Detektivgeschichte, welche durch halb Eisenach führt und mit jeder Menge Spannung garniert wurde. Laurens hat damit bisher, seit er vor drei Jahren am MLG Schüler wurde, in jedem Jahr am Schreibwettbewerb teilgenommen und stets eine Plazierung erringen können (2020: 2. Platz, 2021: 3. Platz, 2022: 2. Platz). Da würde ich doch mal glatt zurufen: Weiter so lieber Laurens! Auf dem 3. Platz landete Alexej Pfeiffer (7/1) mit seinem Gedicht „Der Fluch der Macht“, welches düster und rätselhaft wirkt und spannend mit Bedrohlichkeit, Zerstörung, Endzeitstimmung und der Gefahr von zu viel Macht spielt.

Siegerin der Oberstufe mit einer der höchsten bisher erreichten Punktzahlen in der zehnjährigen Geschichte des Wettbewerbs mit insgesamt 89 von 100 Punkten wurde Fiona Leipold-Beck (9/2) mit ihrer zwölf Seiten langen Geschichte „Der glücklichste Mensch, den ich kannte“. Mit ihrer Geschichte gelang es Fiona hervorragend, in die Gedankenwelt einer Teenagerin einzutauchen. Ihre Geschichte besticht durch eine beständige Spannung, sprachliche Highlights und mit einer überraschenden Wendung. Hervorheben möchte ich auch noch folgenden Punkt: Fiona ist eine der fleißigsten Schreiberlinge der Schule. Sie hat seit 2018 bisher jedes Jahr an dem MLG-Schreibwettbewerb teilgenommen, also insgesamt fünf Mal. Damit hat sie mit dem bisherigen Rekordhalter, Jannik Köhler, gleichgezogen. Und selbstverständlich möchte ich hiermit auch Fiona zurufen, doch bitte noch an vielen weiteren MLG-Schreibwettbewerben so fleißig teilzunehmen wie bisher.

Ihren zweiten Platz aus dem Vorjahr verteidigte souverän mit 78 von 100 Punkten Greta Tüllmann (11/1) mit ihrer Geschichte „Ikarus“, in der sie eine gelungene und abwechslungsreiche Reise durch die Psyche eines Abiturienten unternimmt, der von den unzähligen Möglichkeiten der Arbeitswelt erschlagen wird. Ein Jurymitglied bemerkte in seiner Beurteilung schlichtweg: „Das ist Kunst!“ Greta schaffte auch wieder – wie im Vorjahr – das Kunststück, 3 mal die Höchstbewertung von zehn Punkten einzuheimsen. Respekt! Den dritten Platz mit 55 von 100 Punkten erlangte Gustav Schubert (10/1) mit seiner Geschichte „DIE BEGEGNUNG MIT DEM JETZT“, in der er dem Leser an mehreren Stellen Existenz- und Lebensfragen eines jungen Menschen präsentiert.

Zu gewinnen gab es wieder Geldpreise, welche freundlicherweise von dem Schirmherren des Wettbewerbs, Prinz Michael-Benedikt von Sachsen-Weimar-Eisenach, gesponsort wurden. Das Preisgeld für die Unterstufe (Klassen 5.-7.) betrug: 1. Platz: 50,00 €, 2. Platz: 25,00 € und der 3. Platz: 15,00 €. Bei der Oberstufe (Klassen 8.-12.) gab es für den 1. Platz: 100,00 €, für den 2. Platz: 50,00 € und für den 3. Platz: 25,00 €.

Wie in den Vorjahren wurden die Texte von einer Jury bestehend aus Lehrern und ehemaligen Schülern begutachtet. Bei den Lehrern beteiligten sich Mathis Ebrecht, Thomas Giesa, Christoph Hollitzer, Christian Kolbe und Philipp Schwarz. Bei den ehemaligen Schülern brachten sich Laura Gieß, Jannik Köhler, Maria Neumann, Thomas Seifert und Maria Wallbrecht mit ein. Ihnen gebührt großer Dank!

Wieder einmal hat sich gezeigt, dass sich der vor 10 Jahren von der Stiftung Luthers Schule begründete MLG-Schreibwettbewerb als Schreibtalenteschmiede bewährt und somit das MLG als „Schreibtalente fördernde Schule“ befruchtet hat. Nächstes Jahr geht es dann selbstverständlich mit dem 11. MLG-Schreibwettbewerb weiter. Dann wieder mottofrei und mit hoffentlich ebenso vielen bunten, kreativen und interessanten Beiträgen. Jetzt bleibt mir nur noch zu schreiben: Auf die nächsten zehn Jahre!

RANKING der Unterstufe

  1. Platz – 67/100 Punkte – Noemi Reinhardt (5/1) mit „Die ratlose Jury“
  2. Platz – 62/100 Punkte – Laurens Müller (7/1) mit „Hausarrest“
  3. Platz – 51/100 Punkte – Alexej Pfeiffer (7/1) mit „Der Fluch der Macht“

RANKING der Oberstufe

  1. Platz – 89/100 Punkte – Fiona Leipold-Beck (9/2) mit „Der glücklichste Mensch, den ich kannte…“
  2. Platz – 78/100 Punkte – Greta Tüllmann (11/1) mit „Ikarus“
  3. Platz – 55/100 Punkte – Gustav Schubert (10/1) mit „DIE BEGEGNUNG MIT DEM JETZT“
  4. Platz – 44/100 Punkte – Lina-Marie Rudolph (8/1) mit „Leere Gedanken“

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